Tag 55 – So weit die Füsse tragen…

Tag 55 – So weit die Füsse tragen…

Am heutigen Samstag war es mal wieder soweit: aus einer fixen Idee wurde innerhalb von knapp drei Wochen ein Plan erarbeitet, der mir heute helfen sollte, an meine Grenzen zu gehen. Geplant war eine Megamarsch von der Ederseetalsperre entlang der Eder bis zur Mündung in die Fulda und anschließend weiter bis Bergshausen – insgesamt also eine 60 Kilometer Wanderung.

Kurz vor halb sieben kamen wir an der Talsperre an. Es hat was, um diese Zeit hier zu sein, denn außer Nora und mir war weit und breit kein einziger Mensch zu sehen. Pünktlich um halb sieben erfolgte dann der Startschuss und ich marschierte los. Die Natur in der Frühe bei knapp über Null Grad war traumhaft, und so vergingen die ersten 14  Kilometer wie im Flug. Nach fast genau zwei Stunden kam ich am ersten Verpflegungspunkt an, wo Nora bereits mit Kaffee und frischen Brötchen auf mich wartete. Frisch gestärkt ging es zehn Minuten später weiter, immer entlang der Eder bis ans Wehr bei Fritzlar und von dort aus weiter zum Sportplatz Niedermöllrich, wo zur Halbzeit nach 30 Kilometern und knapp viereinhalb Stunden, die zweite Verpflegungspause stattfand. Ein Brötchen, eine Banane und ein paar Salzstangen später lief ich dann schon wieder los. Es war ein gutes Gefühl zu sehen, dass die Reststrecke jetzt immer kleiner wurde als die bisher Gelaufene. Die nächste Etappe führte mich durch Altenburg, Felsberg, Neuenbrunslar und Wolferhausen bis an den Ortseingang von Haldorf. Dort wartete Nora an der letzten vereinbarten Verpflegungsstation (KM 46). Inzwischen waren die Füße voller Blasen und das Aufstehen und Weiterlaufen nach der Pause fiel anfangs echt schwer, aber nach ein paar hundert Metern war ich wieder in Schwung. Nach etwas über 50 Kilometern bin ich dann an der Edermündung angekommen. Jetzt war ich schon kurz vor dem körperlichen Ende, aber eine Aufforderung auf der Straße ließ mich die Zähne zusammenbeißen und auch die restlichen zehn Kilometer wurden noch geschafft.

Nach einer Laufzeit von 9 Stunden und 21 Minuten überquerte ich die letzte Fuldabrücke, wo ich von Nora freudig in Empfang genommen wurde. Tschaka!

Besondere Dank geht vor allem an Nora, die mich quasi den ganzen Tag begleitet hat und immer an den ausgemachten Verpflegungsstationen wartete. Erst unterwegs merkte ich, dass sie die ganze Zeit damit beschäftigt war, alle fünf Kilometer Markierungen auf dem Weg zu hinterlassen und dadurch für zusätzliche Anfeuerung gesorgt hat. Die persönliche Urkunde, die ich im Ziel von ihr überreicht bekam, war dann noch das i-Tüpfelchen. Ohne ihre Unterstützung hätte ich es bestimmt nicht geschafft – Danke, Schatz ❤️!

Liegengelassene Dosen: Alter, das ist mir so egal!

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